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Donnerstag, 20. Juni 2013

Keine Kleinigkeiten


“Wem Mutter Natur ein Gärtchen gibt und Rosen,
dem gibt sie auch Raupen und Blattläuse,
damit er’s verlernt, sich über Kleinigkeiten zu entrüsten.”

Wilhelm Busch (1832-1908)


Gleichzeitig mit diesen Zitat von Wilhelm Busch traf ich auf Ausführungen zum Thema Kleinigkeiten. Es klang so: "Lassen Sie sich nicht durch Kleinigkeiten und unwichtige Ablenkungen von Ihrem Hauptziel abbringen... Lernen Sie sich aufs Wesentliche zu konzentrieren, später haben Sie immer noch Zeit für den Rest". Kombiniert mit Buschs Zitat bedeutet dies wohl: Mit allen Kräften gegen Raupen und Blattläuse ankämpfen.

Dies haben wir bisher nicht gemacht. Beim "wir" haperte es schon. Bin ich doch ein(e) Lonely Warrior was die Verteidigung der Rosen betrifft. Niemand sonst fühlt sich für diese Ecke des Gartens verantwortlich. Meine Armee bestand dann auch nur aus fünf geschlüpften Marienkäfer, die aber ganze Arbeit leisteten. Sie frassen sich der Pflanze entlang, mussten bei der Anzahl Gegner einige Male innehalten und verdauen, blieben jedoch bis zur letzten Blattlaus.


Ich setzte einmal eine Brennnessel-/Schachtelhalm-Brühe auf, um die Pflanzen widerstandsfähiger zu machen. Ein Biogarten ist zuweilen teuer, aufwändig und auch eklig. Die Zutaten bestellte ich bei Biogarten.ch.
Brennessel-/Schachtelhalm-Brühe wird nach 24 Stunden ruhen während
20 langen Minuten abgekocht.

Meistens herrschte aber einseitiger Waffenstillstand. Raupen wurden öfters nicht gleich eingesammelt und waren am nächsten Tag nicht mehr an derselben Stelle anzutreffen. Mitgespielt hat sicher auch Feldforschung und "Gwunder" zu was nun Blattläuse und Raupen wirklich fähig sind. Fazit: zum mehr als Kleinigkeiten.








Gleichzeitig konnten sie aber den meisten Blüten nichts anhaben, welche sich dieser Tage in voller Pracht und mit wohlriechendem Duft präsentieren. Die grosse kurze Kleingärtnerin kommentiert den Rosenduft mit "wia a Creme".








Und was sonst gerade auch Freude macht:








Mittwoch, 29. Mai 2013

Blattlaus wanted

Mitte Mai entdeckte ich die ersten Blattläuse an den Rosen. Daraufhin bestellte ich im Online Shop von Andermatt Biogarten AG Marienkäferlarven. Letzte Woche traf das Paket ein: 30 Larven für knapp 30 Franken.


Die Larven bestellte ich weniger aufgrund eines Blattlaus-Problems, sondern aus Neugier, was dann wirklich ein Problem war. Denn als ich die Larven auf den Rosen aussetzen wollte, fand ich nur eine einzige Blattlaus. Es regnete in Strömen und war unglaublich kalt. Also nahm ich die Marienkäferlarven wieder mit nach Hause und bestellte bei Andermatt Biogarten AG Futter (Mehlmotteneier) für die Larven, das prompt am nächsten Tag bereits eintraf.


In der Zwischenzeit siedelte ich die Larven in ein grösseres Gefäss um. Viel los war nicht. Bewegt haben sich von den bestellten Larven nur drei, nach einigen Tagen noch zwei. Was 15 Franken pro Marienkäfer macht. Ein Blattlausspray gäbe es wohl günstiger, aber nicht biologisch und auch nicht als Gefäss-Kino während zwei Wochen.


Zufällig entdeckte ich bei einem Besuch bei Freunden unglaublich viele Blattläuse an einem Rosenstrauch. Einige nahm ich mit, um den Futtertopf meiner Larven attraktiver gestalten zu können. 


Die Blattläuse brachten Leben ins Gefäss. Die beiden Larven legen nun rasch an Länge und Umfang zu. Als nächstes werden sie sich verpuppen. Etwa nach einer Woche schlüpfen die zuerst ganz bleichen Käfer. Wir sind gespannt.

Hier noch ein Video über die Lebensweise und Entwicklung des Marienkäfers Adalia bipunctata":

Mittwoch, 22. Mai 2013

Rosenknospen und Rostpilz


Dieses Foto habe ich letztes Jahr im Herbst geschossen. Auch bei uns hinkt die Vegetation hinterher. Es zeigen sich erst Rosenknospen und leider auch Rostpilz.


In unserem Schuppen fand ich sechs Produkte unserer Vorpächterin gegen Pilzerkrankungen. Es widerstrebt mir jedoch Chemie einzusetzen. 


Wir verfolgen ja keinerlei kommerzielle Ziele und sind in keinster Weise auf Ertrag angewiesen, obwohl wir uns diesen schon wünschen. Vielmehr möchten wir mit dem Garten eine Oase schaffen, wo wir abschalten und auftanken. 

Von Anne Marie erfuhr ich, dass es viele unterschiedliche Schädlinge bei Rosen gibt und jedes Jahr begünstigt das Wetter eine andere Krankheit. Ein warmer feuchter Sommer kann zu vermehrtem Auftreten von Sternrusstau führen, ein trockener Sommer dagegen zu Mehltau. Was die Rosen brauchen ist ein guter lockerer Boden und viel Kompost. Auch ist die Zusammensetzung des Bodens entscheidend für die Vermeidung von Mangelerscheinungen. Die Hauptbestandteile Stickstoff, Phosphor und Kali müssen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Der Säuregehalt des Bodens hat Einfluss auf diese Balance, deshalb ist es wichtig, diesen zu ermitteln, wozu wir bisher noch nicht kamen. Weiter sollen Pflanzenstärkungsmittel die Rosenpflanzen befähigen, sich gegen Krankheiten zur Wehr zu setzen, schreibt Bioterra im Merkblatt "Rosen – Pflanzen, Pflege, Schnitt". Im Biogarten hätten sich vor allem Jauchen und das Spritzen von Schachtelhalmtee bewährt, was wir gleich ausprobieren werden – also den Schachtelhalmtee. Bis die Jauche bereit ist, dauert es vier bis acht Wochen.

Bioterra über Schachtelhalmtee und Fenchelöl
Schachtelhalm ist stark kieselsäurehaltig, stärkt die Epidermis der Blätter und wirkt vorbeugend gegen Pilzerkrankungen. 1 kg frisches oder 150 g getrocknetes Kraut werden in 10 Liter Wasser 25 Stunden eingeweicht und am nächsten Tag eine halbe Stunde lang gekocht. Die abgekühlte und abgesiebte Brühte wird 1:5 verdünnt und bei trockenem Wetter ab Frühjahr vierzehntäglich über den Boden und die Blätter versprüht. Fenicur, ein Produkt von Biogarten AG, kann ebenfalls zur Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten und Rost angewendet werden. 

Grundrezept für eine gemischte Jauche nach Bioterra:
200 bis 500 g Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Stängel und Wurzeln werden in einem Liter Wasser angesetzt und nach vier bis acht Wochen Gärung gesiebt. Danach sollte die Jauche noch ein bis zwei Wochen ohne Kraut nachgären und den starken Geruch verlieren. Geeignete Kräuter für die Jauche sind neben der Brennnessel und dem Beinwelk alle vitalstoffreichen Wildkräuter samt Wurzel wie Baumtropf, Winde, Kratzdiestel, Quecke, Löwenzahn und Schachtelhalm. Eine Hand voll Urgesteinsmehl als Zugabe vermindert die unangenehme Geruchsbildung. Die Jauche wird 1:10 bis 1:20 verdünnt und im Wurzelbereich gegossen oder 1:20 verdünnt und bei bedecktem Himmel auf die Blätter gespritzt. Die Blattbehandlung regt die Chlorophyllbildung an und wirkt unterstützend beim Aufbau von Abwehrstoffen. Im Wurzelbereich werden die Boden Lebewesen zur Vermehrung angeregt, was die Feinwurzelbildung der Pflanzen fördert. Ergänzend kann man Braunalgenextrakt ausbringen, der nahezu alle Mikronährstoffe samt Gold und Platin enthält.


Quellen:

Donnerstag, 16. Mai 2013

Duldsam bis die Marienkäfer schlüpfen


Des Morgens früh, sobald ich mir 
Mein Pfeifchen angezündet,
Geh' ich hinaus zur Hintertür,
Die in den Garten mündet.

Besonders gern betracht' ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.

Und doch wird sie, so still sie ist,
Der Grausamkeit zur Beute;
Der Schwebefliegen Larve frisst
Sie auf bis auf die Häute.

Schlupfwespchen, flink und klimperklein,
Sosehr die Laus sich sträube,
Sie legen doch ihr Ei hinein,
Noch bei lebendgem Leibe.

Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiss
Durch Eier für Vermehrung;
Sie kriegt auch Junge hundertweis
als weitere Bescherung.

Sie nährt sich an dem jungen Schaft
Der Rosen, eh' sie welken;
Ameisen kommen, ihr den Saft
Sanft streichelnd abzumelken.

So seh'ich in Betriebsamkeit
Das hübsche Ungeziefer
Und rauche während dieser Zeit
Mein Pfeifchen tief und tiefer.

Dass keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag'ich ohne jeden Zorn:
"Kein Rösseln ohne Läuschen!"

(Duldsam von Wilhelm Busch)


Gestern entdeckte ich die ersten Blattläuse. Sie haben sich auf die Rosenblätter gesetzt. Bioterra schreibt im Gartenbuch über Blattläuse: In Mitteleuropa existieren rund 850 Blattlausarten. Die meisten davon sind wählerisch und befallen nur ein paar Pflanzenarten. Das Problem: Die Läuse können sich epidemieartig vermehren und Pflanzen durch das Saugen des Pflanzensaftes schädigen. Den Blattlausbefall erkennt man an den zusammengerollten und gekräuselten Blätter sowie verkümmerten Triebspitzen. Die Läuse haben es auf die schwächelnden Pflanzen abgesehen. Deshalb ist eine Stärkung der Pflanzen die beste Vorbeugung (Gemischte Jauche, Schachtelhalmtee, Fenchelöl). 

Als Hausmittel gegen Blattläuse werden folgende aufgeführt:
  • Bei leichtem Befall: mit den Fingerspitzen abstreifen, mit einem Wasserstrahl abspritzen, mit Steinmehl bestäuben
  • Bei starkem Befall: Beissender Kaltwasserauszug mit Brennnesseln (1 kg frisch auf 10 l Wasser, 12 Stunden stehen lassen). Das Brennnesselwasser spritzt man unverdünnt auf die befallenen Pflanzen. Befallene, verkrüppelte Triebe schneidet man heraus.
Nützlinge wie Vögel, Marienkäfer, Florfliegen und Schwebefliegen dezimieren den Blattlausbestand. Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten, lohnt sich. Bei Biogarten.ch können im Online Shop Marienkäfer bestellt werden. Was ich eben gemacht habe, weniger wegen des Befalls, sondern aus Neugierde. Update folgt.


Quellen: 



Donnerstag, 9. Mai 2013

Anne Marie macht Mut

Seit November 2012 sind wir Kleingartenpächter. Über Gärtnern wissen wir praktisch nichts, lernen nun aber viel. So steht es auch in unserem Profil. Wir lesen in Fachbüchern und Blogs und schauen uns Tutorials auf Youtube an. Wir wandern mit offenen Augen durchs Kleingartenareal und zapfen beim Einkauf auf Zürichs Märkten ungeniert Expertenwissen an. Und dann gibt es auch Anne Marie aus dem wärmsten Ort Deutschlands. Anne Marie ist unser E-Mail-Joker. Ihr dürfen wir Fotos aus unserem Garten mailen. Sie bestimmt dann die uns unbekannten Pflanzen.


Gestern machte uns Anne Marie eine riesen Freude. Sie besuchte uns. Gemeinsam wanderten wir durch den Garten. Leider haben die Tulpen bereits begonnen, sich zu verabschieden.


Tulpen sollen nach der Blüte stehen gelassen werden, damit sich die Pflanze in die Knolle zurückziehen kann. Dies hatte ich bereits gelesen. Von Anne Marie erfuhr ich, dass die Tulpenkapsel viel Kraft zehre und abgeknickt werden soll, sobald die Tulpe ihre Blütenblätter verliert.


Zusammen schauten wir uns auch die Rosen an. Anne Marie zeigte mir, wo ich noch nachschneiden muss: Dort wo die Äste nur taube Blätter tragen und sich keine Blüten bilden werden. Weiter empfahl Anne Marie, den Rosen im nächsten Frühling eine Austriebsspritzung zu gönnen. Triebe die "klaffende Wunden" aufweisen, sollte ich im nächsten Frühling entfernen, da Krankheitserreger dort leichter eindringen. Nach Anne Maries Besuch nahm ich gleich die Gartenschere in die Hand und schnitt alle Rosen nochmals mutig nach. 


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